Gestern habe ich meine letzten Eintraege nochmal gelesen... Jetzt sollt ihr aber wirklich mehr erfahren ;-)
Ich finde es immer noch schwierig, die Eindruecke, die mich beschaeftigen, zu formulieren und meine Umgebung so zu beschreiben, dass ihr euch ein wirkliches Bild von meinem Alltag machen koennt.
Diesen Alltag gibt es im engeren Sinne ja eigentlich auch noch nicht. Da die Uni noch nicht angefangen hat, beschaeftigen wir uns selbst. Manchmal zu dritt, Sarah, Steffi und ich (die beiden werden auch studieren), abends oft auch zu sechst, mit den deutschen Freiwilligen, Magda, Lisa und Narmada. Wir hoffen alle aber auch, bald mit Indern naehere Kontakte zu bekommen.
Und was machen wir so? Vielleicht gar nicht so viel, aber noch ist selbst Einkaufen beinahe ein Abenteuer. In den ersten Tagen waren wir sehr viel im Internetcafe, jetzt pendelt sich da ein Normalmass ein, obwohl die Kommunikation mit zu Hause immer noch wichtig ist.
Ansonsten versuchen wir, ein wenig Tamil zu lernen, lesen ueber Indien und blaettern durch die Zeitung - die erste Eingewoehnungsphase, in der ich versucht habe, mit der veraenderten Umwelt klarzukommen, ist einer zweiten gewichen, in der mein Kopf jetzt versucht, einzuordnen, zu lernen und zu vertiefen. Vielleicht ist es doch ganz gut, dass ich so viel Zeit fuer diese verschiedenen Phasen gibt, obwohl ich doch dem Unistart entgegenfiebere.
Eigentlich wollte ich mir eine Art Studienplan machen, gezielt die Sprache lernen, mir Wissen ueber indische Politik und Geschichte anlesen und sorgfaeltig die Zeitung lesen. Aber dann kommt oft irgend etwas dazwischen, sodass ich diese guten Vorsaetze eher sporadisch umsetze. Vielleicht ist es auch ganz lehrreich, einmal in den Tag hinein zu leben, obwohl das auf Dauer anstrengen sein wird.
Was vermisse ich am meisten? Viele Kleinigkeiten eigentlich: Wurtsbrote, eine einfache Moeglichkeit, Klopapier zu bekommen, Schokolade... Ich wuerde gerne mal wieder durch die Strassen gehen, ohne staendig auf den Verkehr zu achten...
Und was ist schoen? Auch vieles: Die Palmen und Baeume auf dem Campus, die ihn wie eine Oase in den heissen Strassen wirken lassen, das Kokos-Chutney, unser allmorgentliches Obstfruestueck, die bunte Kleidung, die hier alle Frauen tragen.
Wir werden hier von allen sehr freundlich behandelt. Viele kennen ehemalige Austauschstudenten, die wir auch kennen. Daher wissen viele auch sehr genau, welche Probleme auftauche koennen. Zu scharfes Mittagessen zum Beispiel...
Ganz angekommen bin ich sicher noch nicht. Das wird mit dem Studienbeginn kommen, aber im Landeanflug bin ich bereits. Und der fuehlt sich gut an.
Morgen frueh bin ich zwei Wochen hier - die Zeit ist so schnell vergangen...
Zusammen in Indien (von Hannes)
vor 15 Jahren
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