Kaum zu glauben: Als ich heute morgen durch die Straßen ging - die zwar immer normaler wurden, aber bis gestern immernoch ein bisschen fremd und aufregend geblieben waren - fühlte ich tatsächlich das erste Mal so etwas wie Alltäglichkeit. Ich ging zur Bank, eine Zeitung holen, Anti-Moskito-Salbe kaufen und Wasser kaufen. Lauter kleine Erledigungen - und ein bisschen fühlte ich mich schon, wie zu Hause beim Einkaufen. Das war wunderschön! Beim sympathischen Tee-Mann, der einen kleinen Laden nahe dem Campus-Eingang hat, legte ich eine spontane Pause ein. Zwar schwitzte ich ziemlich, erinnerte mich aber daran, gehört zu haben, dass heiße Getränke für schwitzende Körper gut sei. Zudem ist ein Besuch beim Tee-Mann ein Wert für sich. Er ist sehr, sehr sympathisch, kennt alle Deutschen, die seit 1990 im TTS waren, spricht sehr gutes Englisch und freut sich immer wenn wir zu Tee und Smalltalk vorbeikommen. Auf seinem Handy hatte er Fotos von Mathias und Bernhard, die ich aus Heidelberg kenne. Der Laden heißt mit Recht "Home Tea" - ich fühle mich dort sehr zu Hause.
Auf dem Campus (im Hintergrund das MTh-Hostel, wo wir wohnen
Auf dem Campus haben wir nun - nach gut zwei Wochen im Gästehaus - unsere endgültigen Zimmer beziehen können, die für uns frisch gestrichen worden sind. Drei schöne große Zimmer mit einem gemeinsamen Hof, in dem wir nun jeden Morgen zusammen früstücken. Mit einem kleinen rot-gelb gestreiften Teppich habe ich schon angefangen, es mir gemütlich zu machen. Auch ein paar Bilder möchte ich mir noch kaufen.
Mein Moskitonetz konnte ich nun auch aufhängen und irgenwie gefällt es mir, darunter zu schlafen- es wirkt so ein bisschen wie ein kuscheliges Zelt. Zudem hat das Bad eine wirklich gute Dusche, was nicht selbstverständlich ist. Meistens duscht man hier mit einem großen und einem kleinen Eimer.
Etwas arg merkwürdig kam ich mir vor, als ich herausfand, dass wir sogar Klo und Bad geputzt kriegen.
Mein Zimmer
Gestern hatte ich auch meine zweite Yoga-Stunde. Die war zwar ziemlich schweißstreibend.Das tat aber gut, denn ein bisschen leide ich hier unter Bewegungsmangel. Zudem fand sie auf einer wunderschönen Terasse statt und während der entspannenden Phasen in denen ich Palmen, Bäume und Blumen sah, Vögel hörte und mich wohlfühlte, freute ich mich unglaublich, dass ich trotz allen Zweifeln den Mut gehabt hatte, nach Indien zu kommen!
Die Alltäglickeit wird aber nicht lange anhalten. Am Wochenende beginnt für die Bachelorstudenten die "Dialogue Exposure" ein Programm in dessen Rahmen Gotteshäuser, Tempel und religiöse Stätten verschiedener Religionen besucht werden. Samstag abend geht es los. Bis Mittwoch sind wir in Madurai unterwegs und ab Donnerstag gehts dann mit Bus und Bahn auf die Reise. Das wird sicher anstrengend, aber ich bin schon sehr neugierig darauf! Ich glaube, ihr könnt mich alle beneiden ;-)
Die Kapelle auf dem Campus
Zusammen in Indien (von Hannes)
vor 14 Jahren



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